Mittwoch, 05 April 2017 18:36

Diakonenweihe im St. Marien-Dom in Hamburg

Erzbischof Stefan Heße hat am Samstag, 1. April , vier Männer im St. Marien-Dom zu Diakonen geweiht. Drei Dinge hat er ihnen mit auf den Weg gegeben, die sie davor bewahren sollen, das Wort Gottes liegenzulassen.

Ein Tag so schön, als wäre er nur für diesen festlichen Anlass gemacht! Viele Menschen waren gekommen, um im vollbesetzten St. Marien-Dom die Weihe von Florian Edenhofer (35) aus Penzberg in Oberbay­ern, Werner Heitmann (55) aus Hamburg, Henric Kahl (28) aus Boizenburg und Georg Taubitz (25) aus Kiel zu Diakonen mitzuerleben. 

Gerade erst eine Bischofsweihe und nun also diese Zeremonie: „Sehr geehrter Herr Erzbischof, die heilige Kirche bittet sie, diese unsere Brüder zu Diakonen zu weihen“, spricht Regens Jürgen Wätjer als Leiter der Priesterausbildung die einleitende Formel. „Weißt du, ob sie würdig sind?“, antwortet ihm der Bischof. „Das Volk und die Verantwortlichen wurden befragt und ich bezeuge, dass sie für würdig gehalten werden“, so der Regens. „Mit dem Beistand unseres Herrn und Jesus Christus des Erlösers erwählen wir diese Mitbrüder zu Diakonen“, antwortet noch einmal der Erzbischof.

Im Mittelpunkt seiner Predigt steht ein Satz aus der Apostelgeschichte (6, 1–7b), der sich direkt mit den ersten Diakonen beschäftigt und eine Art „Grundgesetz für die junge Kirche“ gewesen sei, wie Heße es ausdrückt: „Es ist nicht recht, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen.“ Oder, in einer anderen Übersetzung: „Lasst das Wort Gottes nicht liegen.“

Dieser Satz sei auch für die Kirche der Gegenwart geschrieben und wie ein Spiegel, der Bischöfen, Priestern und Diakonen ebenso vorgehalten werde wie den Gemeindemitgliedern, so der Erzbischof. Er gab den neuen Diakonen drei Ratschläge mit auf den Weg. Zuvorderst sollten sie jeden Tag und immer wieder das Wort Gottes lesen und zwar „nicht nur in der feierlichen Form am Ambo.“ Zweitens sollten sie die Heilige Schrift immer wieder betrachten und sich die Zeit nehmen, darüber zu meditieren. Denn es genüge nicht, „in der Predigt tolle geistreiche Gedanken zu verbreiten. Das Wichtigste ist, den Sinn der Schrift zu erschließen. Und dazu braucht es nicht nur menschliche Weisheit, sondern dazu braucht es zuallererst Gottes Geist“, sagte Heße. Und als drittes: das Wort Gottes leben. „Dann werdet ihr diesem Grundgesetz der Kirche aus der Apostelgeschichte entsprechen. Es ist nämlich nicht recht, dass ihr das Wort Gottes vernachlässigt.“

Auf die Predigt folgte die Weihe mit dem Versprechen der Diakone, sich den Pflichten und Aufgaben zu stellen. Auch die Ehefrau des einzigen Ständigen Diakons, Werner Heitmann, sagte an dieser Stelle vor der versammelten Gemeinde ihrem Mann Unterstützung bei seinen Aufgaben zu. Es folgte das Versprechen der Vier zu Ehrfurcht und Gehorsam gegenüber ihrem Bischof und dann dessen Handauflegung und das Weihegebet, die Überreichung des Evangeliars und die Umarmung der Neugeweihten.

Die beiden Söhne (15 und 18 Jahre alt) von Werner Heitmann sagten anschließend, dass das alles „interessant und spannend“ gewesen sei. Und wie waren sonst die Reaktionen bei den Freunden und Bekannten der Diakone? Im Haus der kirchlichen Dienste hörte man Sätze wie diese: „Ich habe mich sehr gefreut, dass ein langjähriger Freund der Familie diesen Weg gegangen ist und dabei so glücklich ist.“ 

Ein anderer, der, wie er sagte, „sonst gar nichts mit Kirche am Hut hat“ konstatierte: „Ich bin stolz auf ihn und habe da großen Respekt vor.“ Max Bauer, seines Zeichens Pfarrer in der Diözese Augsburg und Studienfreund von Diakon Edenhofer, meinte: „Ich habe mich wahnsinnig gefreut, dass er den Weg geschafft hat.“ 

Die Diakone selbst zeigten sich erleichtert. Stellvertretend dankten zwei von ihnen in kurzen Ansprachen allen, die sie auf ihrem Weg begleitet haben.

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